Die Republik meint mich fragen zu müssen, ob ich wohl für die Wehrpflicht bin.

Natürlich könnte ich wie die meisten Mitbürger an den Biertischen jetzt mit einemklaren und einem kurzen Wort Stellung beziehen.

Doch will ich dies nicht tun ohne eine Begründung für das kleine  Worte zu liefern.

Zuerst etwas Grundsätzliches.

Warum wohl solle diese Abstimmung, die ohne Zweifel Österreich verändern wird, als Grundsatzrichtung der (noch) Großparteien dienen.

Warum sollen die Österreicher die Selbstherrlichkeit eines Häupels oder Prölls unterstützen und im Deckmantel der direkten Demokratie die beiden Monarchen unterstützen.

Vergessen in diesem Zusammenhang darf man das alte schwarz- rote  Hickhack um das Verteidigungsministerium sowie das Innenministerium nicht.

Schon in der Geschichte um den österreichischen Bürgerkrieg um1933, die Zeitspanne die man  auch Austro-Faschismus nennt, ( Bei Google wird diese Epoche auch so genannt, wird bei der ÖVP so nicht genannt, und darf imParlament auch nicht so genannt werden.)wo das Bundesheer(Verteidigungsministerium)damals den Befehl ausführte auf die Bürger b.w. auf Arbeiter zu schießen.

Die Polizei(Innenministerium)war immer (im roten Wien)sozialistisch besetzt, heute ist es die Bundespolizei, sie untersteht dem Bund, früher jedoch dem Land.

Durch manche Wahlen und manche Wahlschlappen tauschte man die Ressorts,doch blieb das ursprüngliche Denken bis heute in den Köpfen der Parteien erhalten.

Man kann diese Tatsache noch an der überschwänglichen Freude erkennen die die Ressortverantwortlichen für ihr Amt in der Öffentlichkeit zeigen.  

Noch ein Punkt gehört angesprochen:

Durch die permanenten Dauerkrisen wird der Wunsch nach Veränderung geradezu verhindert.

Durch die (scheinbare) Krisen und durch die permanenten Alarmzustände die unsere Medien begründet oder unbegründet noch ein bisschen Aufblasen um einen Hype zu erzeugen der sich besser verkaufen lässt. Wird bei uns ein politischesKlima geschaffen die konservative Richtungen in die Hände spielt.

In Österreich ist es eh nicht leicht mit etwas Neuem durchzudringen, außer man besinnt sich auf die eigene Tradition. Da wird wieder Altes, fast vergessenes Brauchtum wieder renaturiert .

Wie bei den Tafel- oder Spiegelperchten in Goldegg, die, schon fast vergessen,jetzt wieder in den Raunächten (nicht als Touristenattraktion) den Winter(den Schneekanonen zum Trotz)vertreiben dürfen.

http://perchtenverein-goldegg.members.cablelink.at/figuren.htm

Auf die Frage warum  dies vergessene Spektakel vergessen wurde, und gerade jetzt wieder aufgeführt wird, bekommt man nur unzureichend Auskunft.

Es geht, wie sich der Historiker Herr Ernst Hanisch in seinen Buch, Der langeSchatten des Staates' ausdrückt, um Sicherheit, also um Bindung oder Bindungen.

Kurz, wenn Unsicherheit in der kleinen oder großen Welt herrscht, sammelt man sich um ein Symbol und rückt näher zusammen und stellt wie ein Igel die Stachelnauf.

Wie das alte Bundesheer Motto:, Der Igel ist ein Stacheltier, rühr ihn nicht an, ich rat es dir'.

Wehe denen die nicht dazugehören, wie Asylbewerber etwa.

Warum soll denn ein Asylbewerber das Glück haben in unserer Mitte aufgenommen zu werden, wenn doch bei uns in Österreich so viele Unglückliche gibt,“ ist der oft nicht ausgesprochene aber gefühlte Gedanke.

Oder:“ Mir hilft auch keiner, oder uns Österreichern hat auch niemand geholfen“,ist zwar nachweislich falsch aber kümmert im Moment niemanden.

Nur als Unterwürfiger, als Bittsteller(am besten in Lederhosen) ist der Mensch sichtbar. Sonst wir er bestenfalls ignoriert.

Paradox ist auch, dass Hilfsbereitschaft und Solidarität, proportional zum Reichtum abnimmt.

Grund ist das schlechte Gewissen.

Sehr ähnlich wie in dunkleren  Zeiten, wo die Herrschaft (Könige, Herzöge,)den Bettlern ihr Almosen zuwarfen.

Um den Armen nicht ins Auge schauen zu müssen und um automatisch bei den Bettlern eine Verbeugung auszulösen ,wenn man  zugeworfenen Almosen vom Boden aufhebt. Deshalb gibt es heute Bettelverbote, man kann den Bürgern dochkein schlechtes Gewissen zumuten.

Gut, zurück zum Wehrdienst.

Wen betrifft eigentlich der Wehrdienst?

Genau, männliche Jugendliche bis fünfunddreißig Jahren. Ganz selten sehe und höre ich in den Medien Jugendliche über das Thema diskutieren.

Die meisten sollen(glaubt man einigen Demoskopen) gegen den Wehrdienst sein.

Frage. Steckt da nicht Sprengkraft in den Generationen?

Wozu Kriegsspiele, wenn kein Feind mehr da ist.

Frage. Ist die österreichische Tradition der Wehrpflicht nicht doch eher eine kleine nostalgische Weiterführung der k.u..k.Nostalgie .Sissi und Franz forever.

Wehrpflicht hat noch niemand geschadet hört man da sogar von der Landeshauptfrau, eine Mutter würde das sicher nicht sagen.

Genau deshalb hatten wir auch so viele untaugliche Prominente.

Wollen wir uns das wirklich leisten?

 

Das Geld wäre wohl besser in eine gute Ausbildung in Schulen und Universitäten investiert als in fliegende Fotoapparate(Eurofighter) oder in Soldaten die in Alkohol ihren Frust ertränken.

Wir müssten doch aus der Vergangenheit  gelernt haben, oder nur auf die andere Seite des Mittelmeers schauen was ein Krieg anrichtet.

Von Berta von Suttner ,Die Waffen nieder' bis zum Ende des kalten Krieges und heute noch, Kriege werden doch nicht mit Wehrpflichtigen geführt, geschweige denn gewonnen.

Nur eine funktionierende Wirtschaft ist der Garant für Frieden und Sicherheit und dorthin geht der Weg nur über Bildung, Bildung, Bildung.

Dort soll die Richtung einer Gesellschaft hindeuten.

Die Welt führt doch permanent gegen sich selbst Handelskriege und die versteht ein Wehrpflichtiger?

Ist jemand anderer Meinung so kann er doch freiwillig der Nostalgie dienen.Freiwillig gerne doch.

 

Doch ich fürchte, dass uns die Vergangenheit wieder mal einholt.

Die Unsicherheit lässt viele Österreicher von alten Traditionen schwärmen die Sicherheit versprechen oder nach beständigem Nichtstun rufen um ja nicht das Erreichte zu gefährden.

So wird den Alten von konservativer Seite  zugerufen, mit dieser Abstimmung wieder Österreich verteidigen zu müssen.

Dies ist das Fürchterlichste überhaupt.

Nicht zum Aushalten ist das Gerede über den Zivildienst den die Konservativen zur Erinnerung, damals mit Gewissenskommison versehen und den Zivildienstverlängert haben.

Jetzt aber mit einer Pflicht das Ehrenamt verteidigen zu wollen, der Widerspruch fällt den Agitatoren nicht mal mehr selbst auf und setzt dem ganzen noch die Krone auf.

Natürlich sollte  jeder Österreicher Österreich verteidigen wie er will, ob Militärdienst oder Zivildienst, doch freiwillig, ob so oder so.

Nur so hat er auch einen Wert! Alles was nichts kostet hat keinen Wert und was nicht viel kostet hat auch nicht viel Wert.

Ich jedenfalls werde nicht in diesen patriotischen  Wir- Chor einstimmen.

Und ich werde trotz meines abgeleisteten freiwillig verlängerten                                          Grundwehrdienstes (FVGWD) nicht für den Wehrdienst stimmen.

Und ich halte es wie der deutsche Liedermacher Reinhard May;“Nein, meine Söhne geb ich nicht

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