Der ORF hat einen Gewinn von 4.6 Millionen € eingefahren.“

 

Als ORF- Kunde, Radiohörer und Fan des Kultursenders Ö1 müsste sich bei der positiven Schlagzeile „ Der ORF hat einen Gewinn von 4.6 Millionen € eingefahren“, freuen.

Endlich“ ging es mir durch den Kopf.

Vorbei ist es mit den oft überzogenen u. unfairen politischen Angriffen an den Staatssender.“

Doch dann hört man ganz zum Schluss des schönen Berichts, en passant also, als fast vergessenen Nebensatz, dass der ORF bis 2016 250 Mittarbeiter abbauen will oder

muss .https://www.youtube.com/watch?v=r4jtYyTxV6I

Wieso das denn?

Soll denn der ORF ein Sparverein werden?

Ich kann nicht verstehen, warum man das macht, machen will oder machen muss.

Auf der einen Seite hat man zwei Fernsehsender mehr, die ja auch nicht gerade das Mehrheitsgesellschaftsprogramm liefern, und auf der anderen Seite spart man bei dem Kulturradiosender Ö1.

Diese schleichende Demontierung durch die Einsparung des gesprochenen Wortes (live Radiosprecher) kommt einer Installierung eines Endlosbandes in einen Kaufhaus gleich.

Dort ist es völlig gleichgültig was gespielt wird, Hauptsache, es wird die Sendung durch Werbung unterbrochen.

http://www.youtube.com/watch?v=iSkqpZTug84&feature=player_embedded

Seit 45 Jahren ist Ö1der Radiokultursender der das gesprochene Wort, die Stimme, den Klang, und die dazugehörigen Menschen wie kein zweiter geprägt hat.

So ist jede einzelne Stimme aus dem Sender Ö1 nicht nur eine Stimme, sondern suggeriert bewusst oder unbewusst Sicherheit und Beständigkeit in unserer nicht allzu einfachen Zeit.

So ist es einfach unbegreiflich, bei Radiosprechern, oder auch bei freien Mittarbeitern einsparen zu wollen, ohne die Qualität, die ohne Zweifel bei Ö1 vorhanden ist, in Mitleidenschaft zu ziehen.

 

Leider hat sich, ich vermute auch zwecks Einsparungsgründen, der Umgang mit jungen Menschen derart verschlechtert, dass sie völlig desillusioniert kein gutes Haar mehr an dem ganzen ORF lassen.

Es wird in den Journalen des ORF berichtet, dass Österreich so eine tolle Jugendarbeitslosigkeitsquote hat, doch der ORF selbst trägt nichts dazu bei ,außer bei einigen Backstagetouren.

Ich erinnere, die ÖBB hatte auch einmal auf die Jugend verzichtet und musste die getroffene Entscheidung bereuen und revidieren.

Oder revangiert sich der große ORF vielleicht bei seiner Zielgruppe, weil die außer Ö3 das Angebotene nicht in dem erhofften Maß schlucken will.

Wie auch immer.

Ich vermute, dass bei der Größe des ORF und bei dem Zwang auf allen Hochzeiten tanzen zu wollen oder zu müssen, die Qualität immer leiden wird.

Deshalb ist es auch so wichtig einen Fixpunkt, eine Stütze im Senderdschungel zu haben zu dem man immer wieder zurückfindet.

Angekommen, möchte man jedoch von Jemandem, von einer lebenden Stimme angesprochen werden.

Gut, man könnte sagen, dass die Einsparungen nur sehr gering sind und eben nur ein paar Wenige treffen würden.

Doch ist es ein Eingriff auf die Gewohnheit, ein Angriff auf die Geborgenheit ,somit auf das Gefühl der Sicherheit.

Außerdem gibt es den Spruch: “Währet den Anfängen“

Also, was wird mit dem finanziellen Plus ?

http://www.ots.at/touch/presseaussendung/OTS_20130307_OTS0176

Vielleicht könnte man eine Episode von „Die härtesten Jobs der Welt“ im ORF ORF-Zentrum Küniglberg drehen.

Bitte lassen Sie den Sender Ö1 wieder zum Leuchtturm, zum Leuchtfeuer der Kultur erstrahlen und das Erreichte nicht durch Verwässerungen vergilben.

http://derstandard.at/1362107754454/Wrabetz-findet-Sprecher-Protest-unangemessen

 

Irgendwann kommt jeder einmal zu den Stimmen von Ö1 und deshalb gehört Ö1 gehört.

Hochachtungsvoll

Josef Ebner