Die Sommernacht

Nässe dringt durch Sommerjacken, kleben fest auf nackter Haut,
verliebt die Beiden, selbstvergessen,jeder Schritt der Morgen graut.
Heimwärts soll ihr Weg sie führen, der Tanz vorbei,der Tag erwacht,
doch noch immer schwingt der Rhythmus dieser lebensfrohen Nacht.

Die Nacht fächert ihre Neonlichter,mischt die Regentropfen Aquarell
Frisch gespritzt die Asphaltstraßen,Neonlack feucht und hell.
Tief verschlungen beide Herzen,verschmolzen,festgezurrt in dieser Nacht,
und noch immer fällt zart der Regen, kühlt die Beiden mit Bedacht.

Doch Plötzlich, ein dumpfer Schlag,Schock,sie erbeben,erzittern nach dem Glockenklang,
die Turmuhr zeigt's gestreng von oben,lärmend erwacht die Gegenwart. Angst durchfährt ihre Körper, jetzt erst, sind sie völlig aus der Trance erwacht,
und noch immer surren nach die Glocken, zittern, durch die verklungene Nacht.

Der Himmel lässt es prasselnd regnen,es läuft der Hauptwaschgang für den neuen Tag,
Langsam kann man es erkennen,erkennen am Bedeckungsgrad,langsam langsam und
allmählich, doch plötzlich geht es rasend schnell, durch die dicken graue Wolken strahlt,
die Sonne zart,und hell,verdrängt das was noch Gestern,es macht sich breit,die neue Zeit.
Und noch immer Summen nach die Glocken, zittern vor der Beständigkeit.

Vor den Beiden auf der Weg sich gabelt,links wie rechts sind sie Daheim,
Jetzt müssen sie sich wirklich trennen,ihr letzter Kuss, ihr letzte Blick,nun allein?
Zu spät für gestern,zu früh für heute,Tränenbäche rinnen,unkontrolliert durch ihr Gesicht.
Müde trennen sie die Knoten, lösen, öffnen,brechen, zerschneiden das allerletzte Band, sie trennen ihre nächtliche Zweisamkeit, was nun bleibt ist bitter,... pure ungewollte Einsamkeit.

Sie gehen jeder in die Gegenrichtung, zu weit schon für den allerletzten Blick, so suchen
sie nach ihren Silhouetten,die mehr schon Fata Morgana, keine Wirklichkeit, beide sehen einander bloß als Illusion,doch vielleicht war die ganze Nacht bloß eine wunderschöne Schimäre, ein Traum,ein Märchen, ein Wunsch nur,eine Imitation.
Ihre Blicke sprachen Bände,Egal es ist vorbei,doch wohl nicht ganz zu Ende, denn in ein paar Tagen nur,kommt ein neues Wochenende.

   © Josef Friedrich Ebner


Vom Festspielhaus in Richtung Festung
Josef Friedrich Ebner