Der heurige Weihnachtsbaum.

Winter

Die Kälte beißt die nackten Stellen
auch durch Ritzen feinste Naht, 
durchdringt jedes dicke Mantelfell,
zwängt sich stur,der Minusgrad.

Die Mütze schützt die roten Ohren 
übern Kopf und Hals ein Wickelschal,
stechender,beißend, kalter Schmerz nur
qualmend,faucht der Atemschwall.

Der Schnee knirscht bei jedem Schritt,
verschüttet liegt der Heimweg jetzt
orientierungslos wie im Spiegelkabinett
und verschwommen das Glasperlenspiel.

Die Zeit vergeht in kleinen Schritten
Man könnt glauben,sie bleibt nun stehen.
Versteckt unter schneeweißen Decken
wird Tag und Nacht zusammen gehen.

Der Winter lädt ein zu verweilen
Landschaft,kristallweiß,wunderschön. 
Doch einen Moment zu lange genossen,
eingeschlafen,nur einen Augenblick.

Nimmt der Winter dich in seinem Reich,
erstarrst du, augenblicklich gleich,
Von allen vergessen,bleibt vielleicht
nur ein Trost,man bleibt jung im 
Permafrost.

von Josef Friedrich Ebner