Fado-die Zukunft der "Saude"

Es ist kein Geheimnis,dass ich ein Stammhörer vom Kultursender Ö1 bin.Würde das Wort Fan,wie ich gehört habe,nicht von Fanatiker abstammen,könnte man mich wohl auch als Fan bezeichnen,obwohl hin und wieder gerade dieser mir lieb gewonnene Radiosender, michzu manch kritischen Wortmeldung inspiriert.

So muss ich wohl zugeben, dass ich nicht vom Einschaltknopf lassen kann, wenn es mir die Zeit erlaubt.Doch diesmal bin ich besonders von einer Sendereihe, oder einemgewollten oder ungewolltenThemenschwerpunkt angetan.                                                                        Es hat mich der Beitrag von Uli Jürgens im Radiokolleg - DieZukunft der "Saudade".Auf der Suche nach dem neuen Fado ,besonders bewegt und begeistert.

Es ist ungefähr drei Monate her,da machte mich Ö1 in meinem Autoradio auf ein Konzert aufmerksam.Dabei handelte es sich um eine kurze Vorankündigung,mit einer im Hintergrund singenden Damenstimme begleitet mit einigen Saiteninstrumenten .Diese Dame setzte mir,bei aller Kürze,kurzerhand einen Ohrwurm ins Ohr.

Leider konnte ich mir nicht sofort den Namen,und das wie und wo so schnell notieren.Doch diese Melodie ließ mich einfach nicht los.                                                                        Nach einigen Tagen wurde die Vorankündigung wiederholt,und nun vorbereitet konnte ich mir Konzert und Name notieren.

Es handelte sich um ein Konzert von Ana Lains und wie ich hörte                            repräsentierte sie den Fado.                                                                                          Fado? Was soll das sein? Bis zu diesem Zeitpunkt war dieser Ausdruck ein spanischen Dorf für mich.                                                                                                                         Völlig falsch,wenn schon dann ein portugiesisches Dorf,wie ich später lernen sollte. Natürlich ist das auch nicht richtig. Es handelt sich dabei um eine alte portugiesische Traditionsmusik die in den Bars und Spelunken von Lisboa ihren Uhrsprung hat.Das interessante dabei ist,dass dieser Fado gerade wieder eine  Renaissance erlebt.Es wird nicht nur der alte Fado wieder gespielt, sonder die Jugend hat für sich das Alte neu entdeckt, und neu in die Zeit adaptiert, dieTexte ins Heute gestellt, und somit den Fado neu erfunden ohne seine Charakteristik zu verändern. Seit 2011 ist der Fado Weltkulturerbe.Die jungen Fadistas sind dabei ihren Fado zuinternationalisieren.

Nun gut.Aber was kratzt da so heftig an meiner Seele,wieso löstdiese Musikrichtung bei mir soviel freudige Emotonen aus?

Übrigens war das Konzert von und mit der bezaubernden Ana Lainseinfach unvergesslich.Tagelang schwebte ich im Rhythmus aber auch in der portugiesischen Fado Melancholie durch die Alltagsrealität.

Was kann es schöneres für einen Musiker oder für einen Zuhörer geben?                                  Wie in der Radioviertelstunde erwähnt ist der Fado eine Textbezogene Musik,es wäre also günstig man beherrscht die  portugiesische Sprache.                                                          Das ist aber leider bei mir überhaupt nicht der Fall,ich muss  zugeben,dass ich überhaupt kein Wort Portugiesisch spreche.

Und trotzdem,oder gerade deswegen,geht mir dieser portugiesische  Blues so nahe. Wenn Ana Lains bei ihrem Konzert nicht manchen Inhalt ihrer Lieder beschrieben hätte, würde ich überhaupt nichts vom Inhalt ihrer Liedes mitkriegen.

Das ist andererseits auch nicht wichtig,denn wie gewollt sprechen die Lieder die Seele an und die Musiksprache ist sowieso Sprachen unabhängig. Internationale Musiksprache eben.

 

Von einer Seele gemacht, direkt in eine andere Seele in Form vonMusik dargebracht und vom Zuhörer verständen.

Plötzlich, als hätte der ORF gewusst,dass ich mich mit diesem Thema beschäftige, bringt dieser für mich eine Sendereihe über den Fado und zum Darüber streuen noch eine Sendung in "Da capo:" Ambiente "Eine kleine Geschichte der Portweinproduktion"

Wie der Zufall so spielt,lernte ich viel aus dem Radiokolleg über Land und Leute und genoss die Musikbeispiele die ich per App Shazam direkt auf mein Handy laden kann,Bei Klassik oder Jazz geht das nicht so einfach,Weil bei der Jugend Fado quasi in ist,profitiert auch das Alter von der neuen Technik.

Deshalb möchte ich die Seite des Radiokolleg für alle offenen Menschen zum nachgören empfehlen,Dies kann man eine Woche lang tun.

http://oe1.orf.at/programm/366463

http://derstandard.at/1389857627924/Ana-Lains-Weltschmerzlieder

Warum nicht länger? Nun, eine alte Frage die mit rechtlichen Dingen erklärt aber von mir nicht hingenommen wird.

Leider wird hier einem Kundenwunsch nicht entsprochen.Vielleicht braucht es  aber auch,gut Ding zur Weile.

 

So bleibt mir, mich beim ORF Radiokolleg und speziell bei Uli Jürgens für den Beitrag- Die Zukunft der "Saudade" zu bedanken.

Sie hat mich und viele andere Ö1 Hörer nachhaltig mit vielen schönen Stunden versorgt. Danke.

Hochachtungsvoll

Josef Friedrich Ebner

Klassischer Fado

Nicht ganz so klassischer Fado, Desfado eben.