Der Originale Zustand der Ideen von Peter Watson.

Geschafft,wieder einen dicken Wälzer durchgeackert.1278 Seiten Kulturgeschichte der "Menschheit von A bis Z."Peter Watsons ,Ideen'Es ist schon eine verrückte Idee, alle Ideen der Menschheit bis heute in ein Buch fassen zu wollen.

Normalerweise ist diese Idee einfach nicht ernst zu nehmen,weißman doch,dass die Autoren die im späten Mittelalter oder in der frühen Neuzeit eine Enzyklopädie schufen mit ihrem Wissen einige übergroße Bände füllten.Oder die später ihr Wissen in einendlos Lexikon packten,von A bis Z Bänden und dann als Dekoration verstaubend dem Bildungsbürgertum zu dienen hatte.

So gesehen sind 1278 Seiten einfach zu wenig. Und trotzdem,dass dies gelingen kann, verwundert mich nach dem Genuss dieses Buches selbst. Anfänglich glaubte ich, dieses Werk wird mit Zahlen,Daten und Fakten überhäuft sein, Es werde den Charme und die Lesbarkeit eines Lexikon haben und als Staubfänger oder Gegengewicht meines Bücherregal dienen werde.

Auf Anraten meiner Buchhändlerin,die mir immer wieder Schätze,passend zu meinen Interessengebieten vorlegt,habe ich mich,vielleicht sogar im Innersten ein bisschen sträubend,aber Schlussendlich gerne,von ihrer Erfahrung belehren lassen.

,,Dieses Buch wird ihnen sicher noch lange Zeit Freude bereiten",war ihr, zugegeben etwas floskelhafter,Schlüsselsatz, aber dennoch meine Kaufentscheidung. 

Aus diesem Grunde habe ich mit elektronischen Büchern nur bedingt Freude,weil nette Menschen,die mich kennen,mir ihre Empfehlungen mündlich mitgeben und so mich einfach kompetent beraten.

Dieses Buch jedoch ist eine rühmliche Ausnahme.Dieses Buch besitze ich sozusagen doppelt.

Als Taschenbuch,ein gebundenes Buch war nirgends mehr zu bekommen, was mir leid tut, da nach dem Lesen Taschenbücher gerne,jedenfalls bei mir, ihren Herbst erleben,ihre Blätter verlieren, und dem totalen Zerfall preisgegeben sind. Und als elektronischen Buch,auf meinem IPad.

Warum? Erstens bin ich eher ein schlampiger Typ der aber gerne in Bücher(natürlich mit Bleistift)hineinschreibt,eine Gewohnheit die eine reine Unterstützung für mein Gedächtnis ist aber schneller zu dem oben beschriebenen Herbst der Bücher führt und dies bei gebundenen Exemplaren seltener vorkommt. Die romantische Vorstellung, nicht in Bücher hineinschreiben zu dürfen,aus welchem Grund auch immer, teile ich nicht.

Mir ist der Inhalt eines Buches wichtig, nicht die Machart.Sehr alte Bücher,also solche wie in alten Bibliotheken, besitze ich nicht.Das oder die wären ein Ausnahme. Und zweites,kommen in diesem Band eine Unmenge interessanter Persönlichkeiten vor deren Namen ich nicht kenne oder schlimmer noch überhaupt noch nie gehört habe.

Aber,aus meiner subjektiver Sicht lohnt es sich etwas mehr als nur einen beiläufigen Blick in die Historie zu werfen.

Abgesehen davon, dient mir jedes Buch das ich gelesen habe als

Stütze meines Wissens und meines Hauses.;-)

Die Stütze meines Hauses.

Einen Leser kann dies nicht passieren.

Deshalb bietet sich auch das elektronische Buch an.Es gibt nichts womit man schneller eine Person,einen Artikel einen Begriff ein Wort schnell erklärt bekommt als das World Wide Web.

So vereinte ich die konservative und die moderne Art zu lesen.Richtungskämpfe in irgendwelchen Richtungen teile ich nicht,es zählt nur das Lesen und die Freude am Wissen,wobei ich natürlich auch den Moment,den angenehmen Duft der Druckerschwärze eines neu ausgepackten Buches liebe.

Das Lesen dauert natürlich entsprechend lange.,Es geht vom Hundertsten ins Tausendste',wie ein Freund es oft so treffend formulierte. Weil viele Ideen sich immer weiter potenziert haben, ist von ihnen unsere Gegenwart, die Menschheit geformt worden.So sind wirmit unserem Globus von Ideen geformt worden,auch wenn siefalsch waren.

Darum sind wir so wie wir sind.Das Buch ist nicht nur spannend und interessant zu lesen sondern auch ein Nachschlagewerk,und dies in allen Richtungen,analog wie elektronisch.

Wenn man Zusammenhänge und Personen sucht,ist das Buch einewahre Schatzkarte die man jedem Schatzsucher nur weiterempfehlen kann.

Doch ich wollte euch ja von dem Buch erzählen.Selten habe ich ein Buch gelesen,das so säkular ist wie dieses.Also um nichts falsch zu verstehen.Peter Watson schrieb ein Buch der Ideen und er erklärt chronologisch die Ideen der Menschheit und ihre Wege. Ob die Ideen richtig oder falsch sind wird die Zukunft zeigen.

Nicht selten wurden auch Ideen entwickelt, reformiert, verworfen,wieder hervorgeholt, im Spannungsfeld der Zeit und ihrem Wissen.

Doch wie die Ideen in die Welt kommen und warum sich manche Ideen noch heute halten können,wird hier auf naturwissenschaftliche Weise erklärt und begründet.

Vom Beginn der Menschheit bis heute,vom aufrechten Gang bis zur Hirnforschung von einem Epochenereignis zu einem Epochenbruch,dabei bleiben die in vielen Geschichtsbüchern so wichtigen Kriege,wenn sie nicht gerade Epochen markieren Randbemerkungen.

Der beginnende Herbst des Taschenbuchs.

Natürlich könnte man einwenden,dass nichts Neues in diesem Schmöker steckt.Nun,alles habe ich sicher nicht gewusst oder wissen können,doch alles aus dem Gesichtspunkt der Idee zu sehen war mir vollkommen neu.

Betrachtet man manches Historische oder auch künftige Ereignisse als Idee,verliert unwillkürlich die absolute Wahrheit ihren Schrecken und ihre Absolution.

Das ist schon mal was.

Angst und Schrecken zu verbreiten oder aber auch nur allen einschlechtes Gewissen einreden, dürfte uns wohl allen bekannt vorkommen.Dadurch kommt den Träumen,den Wünschen,der Kunst,der Abstraktion,der Variabilität oder nur der Anpassung eine andere Wertigkeit zu.

Plötzlich ist etwas anderes wichtiger geworden.So bleiben immer noch die alten Fragen an die noch relativ junge Neurowissenschaft. Wer sind wir,oder besser gesagt, wie ticken wir? Kennen wir uns selbst? Das Hirn,ist der Kosmos, das unerschöpfliche Universum unserer Fragen, Wünsche,Hoffnungen,Phantasien.

Nach so vielen Jahrhunderten bleibt zumindest in den Neurowissenschaften die Feststellung: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“, angeblich Sokrates.

Danke allen Lesern.

Josef Ebner

http://www.buchkritik.at/kritik.asp?IDX=4294