Österreich-Ungarn vor hundert Jahren und vor der großen Katastrophe.

O'Felix Austria discere.

Österreich und seine Verbündeten.
Beachte die Türkei!

 

O'Felix Austria discere.

Vor hundert Jahren begann der erste Weltkrieg, mit all seinen Schrecken mit all seinen vor ihm noch weitgehend Unbekannten aber doch in allen Menschen versteckt schlummernden Unmenschlichkeiten.

Gut,für den meisten Menschen liegen hundert Jahre einfach zu lange zurück,entsprechen dem subjektiven Zeitgefühls könnten es auch ruhig tausend Jahren sein. 

Verstehen würden die meisten heutigen Menschen diese Epoche sowieso nicht.Zuviel hat sich in Laufe der Zeit verändert.Dies dürfte auch der Grund sein die damalige Zeiten,die immer auch die Besseren waren ,als Märchenzeit zu verstehen.

Dadurch wird diese Zeit euphemistisch ins kitschige verklären.Gab es doch wie im Märchen,Prinz ,Prinzessinnen,König und Königinnen und sogar noch einige Kaiser.

Dazu schwebt man über den Dingen,natürlich im Dreiviertelwalzertackt.Diese kitschige Sissi und Franz Zeit,war vielleicht für den Adel schön,für den Rest der Menschen,sicher nicht.Diese Zeit,ist einfach nur aus heutiger Sicht,anachronistisch.

Dabei liegt andererseits diese Epoche ja nur hundert Jahre zurück.         Es gibt heute nicht mehr so wenige Menschen,der Medizin und der Lebensverhältnisse sei Dank,die hundert Jahre alt sind und werden könne. Zugegeben, soviel Menschen die den Kaiser persönlich sahen oder in dieser Epoche geboren sind werden naturgemäß immer weniger.

Eines ist auch klar,egal wie lange der erste Weltkrieg zurück liegt,ein Krieg ein Globaler Krieg könnte jederzeit wieder ausbrechen. Und jederzeit würde die Massen irgendwelchen Demagogen nachlaufen,egal ob Kaiser oder König die Menschen machen sich selbst ihre Götter,wie die Gegenwart beweist.So gesehen hat sich die Masse auch nicht viel verändert.Doch auch wenn es uns schwer fällt,sollte man sich im klaren sein,dass diese hundertjährige Epoche sowie all die Anderen vor ihr, in uns allen steckt.

Jede Zelle von uns, jedes Gen,bis in die kleinste Haarspitzen hinein,schlummert noch heute die Geschichte der ganzen Menschheit,und somit auch in unseren direkten Vorfahren mir all ihren Wissen und all ihren nicht zu leugnenden Dummheiten.

Schlimmer noch,ob wir wollen oder nicht, beeinflusst diese Tatsache unser aller tun bis zum heutigen Tag.

Viele ignorieren einfach diese Tatsache ,es interessieren sie einfach nicht,wahrscheinlich auch nicht ohne Grund,für weit zurückliegenden Dingen. Schade,denn dann würden viele von ihnen vielleicht merken,wie sie noch in den alten Mustern verhaftet sind. Oder wieso plötzlich ein in sich selbst verstecktes Klischee aufkommt von dem man selbst überrascht oder erschrocken wird.

Geschichte ist die Wurzel zu unserer Gegenwart,wer sie nicht kennt oder nichts von ihr wissen will,riskieret böse Überraschungen. 

So braucht man sich auch nicht wunder,wenn das eigene so sorgfältig Fundament wackelt auf der die eigene Gegenwart und Zukunft aufgebaut ist. Wiederum Andere,ist es wohl bewusst,dass ihre persönlichWurzeln im lockeren dunkelbraunen Morast liegen,kennen auch ihre Auswüchse.Doch sie ignorieren die Anzeichen oder sehen sich aber außerstande die Fehler ihr Vorfahren nicht zu wiederholen,und nehmen bewusst im Kauf,aus Schaden klug zu werden,und vielleicht doch noch aus der Geschichte zu lernen.

So kann man und will natürlich auch traditionelle Fehler machen. Sogar Generationen übergreifende,endlos schleifende Dummheiten,sozusagen,und dies noch mit,'weil's immer so war',begründen und schönreden.

Deshalb sollte man auch die überall plötzlich aufkeimende Taraditionsrenaissance kritisch beobachten.Zum Beispiel:Nicht jeder der eine Lederhosen trägt ist auch ein Kulturträger.

Oder: Wieviele Hirsche müssen noch ihr leben lassen damit man ein echter Österreicher ist?

Deshalb kommt der historischen Forschung eine wichtige Verantwortung zu.

So muss die gemeinsame Geschichte dieser Zeit mit ihren Erzählungen,Alltagsgeschichten,mit Daten,Zahlen und Fakten zu einem Gesamtbild zusammengeführt werden.

Das Gesamtbild lag bisher noch vom zweiten Weltkrieg verschüttet. Die Offenlegung hat danach erst richtig beginnen können,wie die übergroße Bücherschwemme zu diesem Thema beweist.

Noch in den siebziger Jahren hat man die Geschichte oder Geschichten über die beiden Weltkriege totgeschwiegen.

Das Trauma wurde aus Respekt,aus Angst aber auch (so hoffe ich) aus Scham verschwiegen,verklärt und wie ihre Toten für immer begraben.

Es musste auch erst ein gewisser zeitlicher Abstand eingehalten werden,damit es nicht nur beim Versuch bleibt,eine objektive Geschichtsschreibung zu schaffen die alle Gegner in gleicher Weise zu Wort kommen läßt.

Schwierig genug bei so vielen Patrioten oder Nationalisten die es auch heute noch überall gibt, die auch nicht von Beschönigungen aber auch nicht von Verleugnungen zurückschrecken.

So erklärte mir jemand in den achtziger Jahren,dass seiner Meinung nach in der Schule Geschichte nicht unterrichtet werden soll,da dieses Fach für das weitere Leben nicht wichtig ist.

Diese für viele Österreicher symptomatische Einstellung änderte sich langsam bei den olympischen Winterspielen in Sarajevo 1984.Ein abrupter Denkanstoß mit einem beginnenden Paradigmenwechsel ereignete sich bei der Waldheim-Affäre 1986.

Während der Jugoslawien Kriege 1991begann manch österreichischer Geschichtsintressierter auf die Balkankriege 1912 und 1913 zu blicken um zu bemerken,dass auch Österreich (wie die anderen Größen auch)sich eine Kolonie aneignete.

Dass die Habsburgmonarchie und damit Österreich nicht unschuldig war (Stichwort:Revanche für Sarajevo.)einen Weltkrieg ausgelöst zu haben bleibt als Tatsache bestehen und wurde leider noch von anderen Tatsachen,die der Lauf der Geschichte mitbrachte übertroffen.

So haben viele Nationen,Völker und Menschen bis zum heutigen Tag noch an den Folgen des ersten Weltkrieges zu leiden auch wenn die Sieger des Krieges die Karten neu konstruierten.

Trotzdem,bei all ihren Fehlern hatte die Habsburgmonarchie eine für die damaligen Verhältnisse lange Friedenszeit (wenn nicht gerade das Standrecht herrschte.)garantiert.

Und abschließend könnte man sagen,dass ihre Arroganz die Vorherrschaft der deutsch ungarisch sprechenden Österreich-Ungarn den Nationalismus anderer Völker noch befeuerte.

Andererseits,die Eifersüchteleien der scheinbar zu kurz gekommenen Völker ließen den übertriebenen Nationalismus zu,der wie zur Strafe in ihren Ländern bis heute eine Plage darstellt.

So gleichen sich die Ziele.

Das Ziel des übertriebenen Nationalismus war der Untergang des Vielvölkerstaates. 

Das Ziel heute?

Das Ziel des heutigen Nationalismus ist der Untergang des heutigen Vielvölkerstaates Europa.

Was lernen wir daraus?

Oder was lernen die scheinbar oder die sicher zu kurz gekommen Menschen?

Oder was lernen die Menschen die von Europa so nachhaltig profitiert haben?

Was lernen die Menschen die Europa nur als Markt und Umsatz sehen?

So bleibt nur,nach diesen hoffentlich nicht nur rhetorischen Fragen,dass sich Geschichte nicht wiederholt.

Der hundertjährige Bauernkalender,der das Wetter wie vor hundert Jahren verspricht, hat zum Glück auch eine hohe nicht zutreffende Quote.

 

Josef Friedrich Ebner

 

Kitsch oder Nostalgie!

Wer kann den Ersten Weltkrieg heute besser erklären als der Kultursender Arte.

Frau mit töten Kind.
Künstlerin: Käthe Kollwitz