Der kleine Ausflug für die Malerei

 

Dieses Jahr besticht unsere Bundeshauptstadt Wien zum Jahreswechsel mit besonders viel Kultur.
Im Schatten des nachweihnachtlichen Christkindlmarkts und der Vorbereitung zum Neujahrskonzert
werden in der Innenstadt noch ins neue Jahr hinein einige besonders hochkarätige Ausstellungen geboten.

Neben der einzigartigen Wiener Beisel-u.Kaffeehauskultur sowie der reichen Konzerttradition wird zwischen den Festtagen aber danach noch bildnerische Hochkultur feilgeboten.
Den vielen Gästen aus dem In- und Ausland,die Wien als Jahreswechselparty bevorzugen,soll auch etwas Hochkultur angeboten werden.
Aber auch die Einwohner der österreichischen Provinz haben das reichliche Kulturprogramm für sich entdeckt.
Immerhin lässt es sich in Wien besonders gut feieren.In anderen Ländern ist das Feiern irgendwie aus der Mode gekommen oder es ist eingespart worden.
Wenn man die Zeitungen studiert ist einem auch nicht wirklich immer zum Feiern zumute.
Doch irgendwie schafft es die Wiener Kulturpolitik auch mich,aus der Stadt Salzburg,nach Wien und in ihre Museen zu locken.
So freuen sich meine Frau und ich nach dem Pflichtfeiern,einige Tage in Wien stresslos die eine oder andere Kunstausstellungen genießen zu dürfen.
Leider hatten wir nur drei Tage um unseren Interessen nachzugehen zu können.
Wir mussten uns der Qual der Wahl stellen und aus der Vielfalt der Epochen der Malkünste wählen.
Leichter gesagt als getan.
Denn selten zuvor wurde in der Bildenden Kunst so viel geboten.


Im Kunsthistorischen Museum wird eine besonders tolle Ausstellung gezeigt: Diego Velázquez 1599–1660.
Viele der Gemälde kennt man nur von Fotos aus Kunstkatalogen.
Die Bilder sind eine Leihgabe vom Museo Nacional del Prado in Madrid.
Diese werden wohl nicht mehr so leicht in Österreich gezeigt werden.


http://www.khm.at/besuchen/ausstellungen/velazquez/
http://youtu.be/sdJedK4hFMg

Die Ausstellung ist ein Muss für echte klassische Malerei.

Aber in der Albertina, nicht weit von der Oper entfernt, wird zur gleichen Zeit ein anderer Großer gezeigt: Joan Miró
Mit dem Titel:"von der Erde zum Himmel."

 

http://www.albertina.at/jart/prj3/albertina/main.jart?rel=de&j-dummy=active&content-id=1202307119323&ausstellungen_id=1372425742319&reserve-mode=active.

http://youtu.be/AClCspFDE9Yf

 

 

Irgendwie passen die von Joan Miró mit beeinflussten Kunstströmungen des Dadaismus und Surrealismus in unsere kriegerische Zeit.
Viele Bilder sind einfach nur eine Anklage.
Eine Klage gegen den Krieg.So gesehen passen sie gewollt oder ungewollt zur weltpolitischen Lage.

Im Schloss Belvedere,nein im unterem Schloß Belvedere,stellt sich ein anderer Großer der Malkünste ein.
Claude Monet
Titel:"Im Licht Monets"
Monet, der den Weg von realistischen Bildern zum Impressionismus fand und gegen Ende seines Schaffens die Moderne mitbegründete.
Wer Farbe liebt,der wird bei seinen Bildern ein Feuerwerk im Tageslicht erleben.
Gut fand ich bei der Präsentation die Gegenüberstellung mit Österreichischen Künstlern.
Wobei Frau Direktor Husslein ihren Großvater Herbert Boeckl unbedingt präsentieren musste,der aber nur sehr sperrig zu Monet passt.
Doch ist es sehr interessant wie auch in der Malerei etwas zur Mode wird.
Der Übergang von den großflächigen Seerosenbildern eines Monet (der Beginn der Moderne) zu unseren großflächigen Bildern zu unseren modernen Künstlern ist wie ein Schock.
So fühlt man unsere Zeit,unsere Welt und ihre Malerei als Schock.Vielleicht ist unsere Zeit ein schockierendes Erwachen,aber immerhin ein Erwachen.

http://www.belvedere.at/de/ausstellungen/ausstellungsvorschau/im-lichte-monets-e15259

http://youtu.be/Nfx1o-6UgzI

Und als ob es nicht genug wäre,beehren uns in Österreich zu Jahreswechsel die Bilder von
Toulouse-Lautrec: in dem Bank Austria Kunstforum.
https://www.kunstforumwien.at/


Ein Maler,dessen Biographie sich wie ein Roman liest.So ist es auch kein Wunder,dass sein Leben verfilmt wurde. Moulin Rouge, 1952. Regie: John Huston, dargestellt von Jose Ferrer.
Der Film ist deswegen zu empfehlen,weil er sich sehr bemüht die Zeit Toulouse-Lautrecs uns Menschen aus dem einundzwanzigsten Jahrhundert nähe zu bringen.
Jedenfalls sind seine Bilder und Plakate ein Wahnsinn.
Interessant ist,dass es noch alte original Photographien von Toulouse-Lautrec und seinem Milieu gibt. Oder sollte man besser die Milieus sagen.
Diese werden so unvergleichlich treffend dargestellt als ob er diese Werke gestern erst gemalt hätte.
Es versteht sich von selbst,dass es sich von Velázquez einmal abgesehen, bei den Kunstwerken um entartete Kunst handelt.
Dieser Ausspruch eines besonders idiotischen österreichischen Malers und Diktators wird,so hoffe ich,ein Ansporn für nachfolgende Generationen gewesen sein,auch so tolle entartete Kunst zu schaffen wie diese.
Diejenigen,die selten eine Ausstellung für Bildende Kunst besuchen,werden jedenfalls ihre Freude haben.
Besonders gelungen ist der für einen kleinen Beitrag ausleihbare,Multimedia Guide.
Dieser macht die Ausstellung auch noch zum besonders gut gestalteten Geschichtsunterricht.
So sind die drei Tage einfach unvergesslich.
Eine Nachahmung kann ich nur empfehlen.

Diego Velázquez 1599–1660.Austellung

Joan Miró
Mit dem Titel:"von der Erde zum Himmel."

Joan Miró
Mit dem Titel:"von der Erde zum Himmel."

Toulouse-Lautrec